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Flugschädel

DE Deutschland
 
Gegründet: 1990 in Flensburg, Deutschland
Bandstatus: Aufgelöst
Genre: PunkBrutalIndustrial
Myspace Seite: flugschaedel
Fans (4 Fans)

Biographie
Anfang der 1990er Jahre in der norddeutschen Musikmetropole Flensburg: Nachdem sich das Industrial/Prä-Samplingprojekt Aissa Saved der beiden Avantgarde-Künstler Øle (Comics) und Udø (Metall) erledigt hat, wagt man unter dem neuen Namen Flugschädel und ergänzt durch den Grafik- und Video-Wizard Jørch einen neuen Anfang. Geprägt durch derbsten Metal, rasende Industrial- und fette HipHop-Beats, klassische Dada-Texte und – vor allem – die Einführung bezahlbarer Sample-Elektronik, gelingt es der Gruppe, einen Vertrag beim Plattenmeister-Label in Lübeck zu bekommen, auf dem 1994 das selbstbetitelte erste und einzige Flugschädel-Album herauskommt. Cover des Flugschädel-Albums Neben der aufwändigen Vinyl-Erstauflage, die in millimeterdicke Baustahlplatten verpackt und mit Gummiband umwickelt ihre Käufer erfreut, macht vor allem der Song Apfelkrautsalami (Slayers Raining Blood-Riff mit HipHop-Beats und Texten von Wurst-Dieter auf dem Wochenmarkt unterlegt) Furore in den Crossover-Clubs. Live wird der Wahnsinn noch mit einer Multimedia-Show erweitert, was der Gruppe auch den bis heute anhaftenden Ruf als Kultband bzw. der "Neubauten der 90er mit norddeutschem Humor" einbringt. 1995 erscheint die EP "Othniel trug Flugschädel", auf der die Gruppe mit orientalischen Sounds und Breakbeats experimentiert. 1996 wird unter dem Namen Boksch und mit mutmaßlich erweitertem Lineup die EP "Ocker 1–8" veröffentlicht, auf der es wieder deutlich metallischer zur Sache geht. Danach erscheinen noch einige vereinzelte Kompilationsbeiträge (u.a. bei den Plattenmeister-Labelsamplern "Sozialamt bezahlt doch." und dem nach einem Flugschädel-Song benannten "Medikamentedose"), und gegen Ende des Jahrzehnts zerstreuen sich Flugschädel in alle Himmelsrichtungen. Von den einzelnen Bandmitgliedern sind in den Mitt-90ern noch einige Projekte veröffentlicht worden: Øle – alias Ole Wagner – ließ 1996 mit Gunpowder Elektrick von sich hören, deren Album "Festplatte" unter Mithilfe von Eilert Fuhrmann und DJ Koze zustandekommt und eher in die Schräg-Pop/Lo-Fi-Ecke ging. Jørch – bürgerlich Jörg Schmidt – hat als Projörktor im selben Jahr die Easy Listening-Scheibe "Stereo Cocktail" veröffentlicht und 1997 mit La Bambaracke auch einen Song zur "Sozialamt bezahlt doch"-Kompilation beigesteuert. Udø alias Udo Beu führt derweil das Flugschädel-Erbe mit dem Sample-Verwertungsprojekt MGBG sowie der aktuellen Flugschädel-Seite auf MySpace fort.