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popai
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BeitragVerfasst am: Do Nov 24, 2011 3:12 pm    Titel: Erster Weltkrieg & Literatur dazu Antworten mit Zitat

Melde mich auch seit langem mal wieder hier zu Wort. Hallo werte MFFler Smile

Ich hab gerade das Buch von German Werth "Verdun - Die Schlacht und der Mythos" fertig gelesen. Und wie das immer so ist wenn man ein fesselndes Buch zu Ende hat. Es wirkt nach...

Es ist ein sehr gut recherchiertes Buch zu dem Hr. Werth ( http://de.wikipedia.org/wiki/German_Werth ) Zeitzeugen befragt hat, Heeresberichte, Briefe, Biografien heran gezogen hat um einen Bericht über die Geschehnisse des Abschnittes an der Westfront 1914 - 18 in Form eines "dicken Wälzers" vor zulegen. Erstmal erschienen ist der 1979. Auf dem Cover ist zu lesen, das ihn das Thema 1954 "gepackt" hat. Es ist wohl das Standardwerk wenn es um die Krieg an der Westfront geht, aber eben mit Focus auf die Schlacht um Verdun, die ab 1916 getobt und sich bis 1918 nie beruhigt hat.

Ich kann nicht sagen dass es sich "einfach" ließt. "Im Westen nichts neues" von Hrn. Remarque, fand ich, laß sich ... "einfacher".
Man ist auch wesentlich schneller durch.

Nun, bin halt (vielleicht noch) nicht der Krimifan Wink

Sehr technisch bisweilen. Er spricht wenig in Bildern. Ich musste mir viele im Netz anschauen und laden um den Erlebnissen der Soldaten vor meinem geistigen Auge einen Rahmen zu geben. Vor allem am Anfang war es schwierig für mich. Truppenbewegungen in den Westen, Korrespondenzen zwischen den Obrigkeiten, der OHL, Schlachtverläufe mit blanken Zahlen unterlegt, Schwenkbewegungen der Armeen, Schliefenplan etc. Mit den Vorbereitungen der Deutschen auf die Offensive dann wurde es "bildlicher". Und im Verlauf der Monate/Kapitel immer schlimmer.

Jetzt weiß ich wie sich ein "Stellungskrieg" von einem "Bewegungskrieg" unterscheidet, dem 2.WK eben...

Er bezieht dabei eigentlich keine eine politische Haltung, außer dass er darlegt wie es nach dem 1.WK mit dem deutschen Fatalismus zum 3. Reich gekommen ist, dem er im Buch nüchtern ablehnend gegenübersteht.

Er zeigt die Auswirkungen von Entscheidungen der OHL/Generalität auf die Soldaten, die "mitten drin statt nur dabei" waren. Er entlarvt in seinen Exkursen die Instrumentalisierung des Krieges/ der Kriegserlebnisse für die nationalen rechten Kreise. Die wie bspw Ernst Jünger in seinen früheren Werken einen, "den neuen Menschen" in der Schlacht geformt sahen und zeigt die Absurdität dieser Geisteshaltung auf, die dem Erlebten nicht gerecht werden kann.

Noch jemand hier, der sich besonders für den Beginn des "Zweiten Dreißigjährigen Krieges" interessiert?
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Caleb77
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BeitragVerfasst am: Do Nov 24, 2011 3:22 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hier. Für mich ist vor allen Dingen interessant, inwiefern der erste industriell geführte Krieg die Strategien der damaligen Zeit über den Haufen geworfen hat und wie neue Waffen (Luftwaffe, Panzer, Gas) die Schlachtfelder beherrscht haben.

Politisch ist das Flottenbauprogramm des Deutschen Reiches und die Kolonialpolitik interessant.
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popai
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BeitragVerfasst am: Sa Nov 26, 2011 12:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Werd mich jetzt an Henri Barbusse´s "Das Feuer" und Ludwig Renn´s "Krieg" & "Nachkrieg" machen.
Kommen die näxten Tage...
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Ucurian
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BeitragVerfasst am: So Dez 18, 2011 8:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Peter März: Der Erste Weltkrieg (Berlin, München, 2004)
Beste Komplettübersicht, die ich kenne. Auf knapp 300 Seiten wird ein Überblick von der Julikrise bis zu den Pariser Vorortverträgen gegeben. Wunderbar zu lesen, außerdem werden auch die Nebenkriegsschauplätze (Balkan, Arabien, Afrika, Pazifik) nicht ausgelassen.

Gunther Mai: Das Ende des Kaiserreichs. Politik und Kriegsführung im Ersten Weltkrieg (München, 1993)
Von dtv gab es mal eine hellblaue Reihe in den 90ern mit hervorragenden Geschichtsbüchern. Dieser Band geht sehr stark auf die politischen Hintergründe im Deutschland der Kriegsjahre ein. Etwas ungewöhnlicher Ansatz, aber sehr aufschlussreich.
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popai
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Beiträge: 817

BeitragVerfasst am: Di März 13, 2012 8:22 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ludwig Renn´s "Krieg"
Beschreibt eben die Erfahrungen eines einfachen Soldaten Ludwig Renn an der Westfront, der während dem Krieg zum Vizefeldwebel wird. Vom Stil her fand ich´s ein bissl - wie soll ich sagen - na, als hätte es ein junger Mensch geschrieben. "Krawums die erste Granate. Und Ssssst krawamm die nächste." So geht´s häufig. Das Sterben seiner Kameraden, die ihm offensichtlich auch näher stehen wird beschrieben, dass war´s aber auch. Keine Emotionen dazu geäußert. Das kommt eher selten mal vor, dann wenig eindringlich und eher als "Pauschale". Naja, Herr Arnold Vieth von Golßenau, der Autor, Ludwig Renn war da noch sein Pseudonym, war dabei, aber als Adeliger von Anfang an im Offiziersrang.
Im "Nachkrieg" wird der Stil fesselnder. Nachkrieg beschreibt die Erlebnisse seiner Hauptperson in der die Zeit von 1918 bis etwa 1923 im Sächsischen. Er macht sehr selten Zeitangaben. Aber die Person wirkt zunehmend differenzierter, trifft eigene und durchdachte Entscheidungen, analysiert andere Personen treffender. Die Gedanken werden klar dargelegt, Ludwig ist erwachsen geworden und muss sich in den Wirren des revolutionären Deutschland orientieren. Dabei ist er als Vizefeldwebel auch verantwortlich für das Vorgehen seiner Einheit.
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